EMDR Therapie

Suchen Sie einen EMDR Therapeuten oder wollen mehr über die Therapie im Allgemeinen erfahren? Dann sind Sie genau richtig hier! Auf dieser Seite erhalten Sie einen Überblick darüber, was hinter EMDR steckt und was Sie vor Beginn der Therapie beachten sollten.

Suchen Sie eine*n EMDR-Therapeut*in oder möchten Sie sich zunächst über die Therapie im Allgemeinen informieren? Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick darüber, was hinter EMDR steht und was Sie vor Beginn der Therapie beachten sollten. Da EMDR häufig zur Verarbeitung belastender Erfahrungen eingesetzt wird, kann es hilfreich sein, zunächst zu verstehen, was ein Trauma genau ist. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Wofür steht EMDR?

Die Abkürzung steht für Eye Movement Desensitization and Reprocessing. Diese integrative Psychotherapie ist umfassend erforscht ist und hat sich als wirksam für die Behandlung von Traumata und traumabedingten Symptomen erwiesen. 

Foto von Amanda Dalbjorn

EMDR wurde 1987 von Francine Shapiro entwickelt und ist heute als evidenzbasierte Therapie anerkannt. Sie wird von Institutionen wie der American Psychiatric Association und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen.

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EMDR Therapie: Die Theorie dahinter

EMDR wirkt wie ein Reinigungsprogramm für unser Nervensystem. Auf der Grundlage des Modells der adaptiven Informationsverarbeitung (AIP) von Francine Shapiro bringt EMDR die traumatischen Erinnerungen wieder in Bewegung und hilft dabei, die Erfahrungen sinnvoll zu integrieren.

Was während einer EMDR-Sitzung geschieht, ähnelt dem was während des REM-Schlafs (Rapid Eye Movement) passiert. Das Gehirn scheint durch schnelle Augenbewegungen Erlebtes zu verarbeiten. Dementsprechend können wir die EMDR Therapie als eine physiologisch basierte Therapie betrachten. Durch Augenbewegungen – oder andere Formen der bilateralen Stimulation – wird das traumatische Material desensibilisiert, aufgearbeitet und integriert.

Allerdings befinden wir uns dabei – anders als bei einer Hypnose – nicht in einem Trance-Zustand. Im Gegenteil, es ist erforderlich, präsent zu sein und sich bewusst auf bestimmte Inhalte zu konzentrieren. Dabei behält man stets die Kontrolle über den Prozess.

Je nach Art des Traumas oder Symptoms kann der Therapeut verschiedene EMDR-Protokolle anwenden. Die meisten Protokolle erfordern eine fokussierte Wiederverbindung mit dem traumatischen Material, während verschiedene Formen der ‚bilateralen Stimulation‘ (z.B. Augenbewegungen, Audiotöne, Tapping, Bewegung) eingesetzt werden, um von dem verstörenden Material abzulenken.

Eine Ausnahme hiervon ist die Flash-Technik. Diese Technik ermöglicht weniger intensive Sitzungen, wenn erschütternde Ereignisse zu schwierig erscheinen, um sie mit dem Standardprotokoll zu verarbeiten. Wenn Sie also Bedenken bezüglich der Intensität haben, fragen Sie Ihre Therapeutin oder Ihren Therapeuten, ob sie in der Flash-Technik ausgebildet sind.

In jedem Fall findet die EMDR Therapie im Rahmen eines strukturierten 8-Phasen-Protokolls statt. Dies macht den Prozess gut nachvollziehbar. 

So sieht erfolgreiche EMDR Therapie aus 

Nach einer gelungenen EMDR Therapie erlebt eine Person die Bilder, Geräusche und Gefühle nicht mehr als belastend, wenn sie sich das Ereignis in Erinnerung ruft. Man erinnert sich zwar noch an das Geschehene, aber es ist viel weniger belastend.EMDR Therapie

Darüber hinaus baut das Gehirn neue Nervenbahnen auf, die nun angemessene Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen unterstützen. Negative Glaubenssätze wie zum Beispiel ‚Es ist meine Schuld‘ oder ‚Ich bin nicht gut genug‘ haben ihre Grundlage verloren und lassen sich dadurch nicht mehr aufrecht erhalten. 

Der Ablauf der Therapie

Wie bereits erwähnt, besteht die Therapie aus mehreren Phasen, einschließlich einer Vorbereitungsphase. In dieser Phase stellt der Therapeut sicher, dass der Klient in der Lage ist, verschiedene Strategien zur Emotionsregulierung im Alltag erfolgreich anzuwenden. Erst dann geht es an die Aufarbeitung traumatischer Ereignisse mittels Desensibilisierung und ‚Umschreibung‘ des belastenden Materials. Abschliessend werden dann neue, nun passendere Glaubenssätze installiert, wobei auch auf somatisches Feedback geachtet wird.

Sie können eine EMDR Therapie auf drei verschiedene Arten durchführen:

  • im Rahmen einer standardmäßigen gesprächsbasierten Therapie,
  • als begleitende Therapie mit einem zusätzlichen Therapeuten, oder
  • als eigenständige Behandlung.

Die Sitzungen dauern in der Regel zwischen 60 und 90 Minuten. Es ist ratsam, nach den Sitzungen noch etwas freie Zeit einzuplanen, da speziell nach intensiveren Sitzungen verstärkt Müdigkeit einsetzen kann.

Wie viele Sitzungen sind erforderlich?

Das hängt ganz davon ab, ob Sie eine Symptomlinderung oder eine umfassendere Behandlung anstreben. Darüber hinaus spielen auch Art, Ausmaß, und Anzahl der vorangegangen Traumata bzw. Symptome eine Rolle. So erfordert eine bereits langandauernde Essstörung mehr Aufmerksamkeit als ein einzelnes traumatisches Ereignis, das sich erst vor zwei Wochen ereignet hat (wie z.B. ein Autounfall).

In beiden Fällen können allerdings bereits zwei bis drei Sitzungen zu Erleichterung führen, und bis dahin haben Sie auch ein Gespür dafür entwickelt, ob sich die Sitzungen für Sie lohnen oder nicht. Anfänglich sollte in jedem Fall ein Behandlungsplan erstellt werden, der auf Ihre Situation abgestimmt ist.

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EMDR – hilfreich nicht nur bei PTBS

Die wissenschaftliche Forschung hat EMDR als wirksame Therapie bei posttraumatischem Stress etabliert. Neben der posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) wird EMDR auch häufig zur Behandlung der folgenden Erkrankungen und Symptome eingesetzt:

Chronischer Stress – Dissoziative Störungen – Essstörungen – Körperdysmorphe Störung – Komplizierte Trauer – Leistungsangst – Panikattacken – Persönlichkeitsstörungen – Phobien – Schmerzstörungen – Sexuelle Probleme – Vernachlässigung – Zwangsstörungen

Neuere Forschungen liefern vielversprechende Ergebnisse, insbesondere bei generalisierten Angst- und Panikstörungen, Phobien, Essstörungen und chronischen Schmerzen. Dies ist nicht überraschend, wenn man bedenkt, dass diese Symptome häufig als Traumafolgestörungen auftreten.

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Worauf Sie bei der Wahl eines EMDR Therapeuten achten sollten

Zunächst einmal sollten nur ausgebildete Therapeut*innen, die mit der Komplexität von Traumata und ihren Folgeerscheinungen vertraut sind, EMDR anbieten. Anders als eine vorwiegend kognitive Therapie, behandelt EMDR das Trauma besonders auf einer emotionalen und somatischen Ebene. Daher ist es zum Beispiel sehr wichtig, dass die Therapeutin in der Lage ist, mit starken emotionalen Reaktionen, die während des Prozesses auftreten können, gekonnt umzugehen.

EMDR Therapy
What should I ask? (Photo by EMDRIA

Außerdem müssen EMDR Therapeut*innen laut der offiziellen EMDRIA Richtlinien

  • ein lizenziertes Mitglied eines Berufsverbandes sein
  • mindestens einen Master-Abschluss in Psychologie oder einem psychologie-nahen Bereich haben
  • bereits über mindestens 2 Jahre praktische Erfahrung als Therapeut verfügen
  • die Stufen 1 und 2 der Grundausbildung durchlaufen (idealerweise ist der Ausbildungsanbieter von EMDRIA anerkannt)
  • die erforderliche Anzahl von Supervisionsstunden absolvieren

Bei Ihrer Suche nach einer Therapeutin oder einem Therapeuten, zögern Sie nicht, diese und andere Fragen zu stellen:

  • Wie lange praktizieren Sie schon EMDR?
  • Wie viele EMDR-Sitzungen bieten Sie pro Woche an?
  • Wieviel Erfahrung haben Sie in dem Bereich, den ich behandeln lassen möchte?

Was ist ein zertifizierter EMDR Therapeut?

Zertifizierte EMDR Therapeut*innen (Stufe 3) haben nach ihrer Grundausbildung weiterführende Seminare und zusätzliche Supervisionsstunden absolviert (Stufe 3), was ein höheres Maß an Engagement und Fachwissen gewährleistet.

EMDR Therapist
Ist Ihr Therapeut zertifiziert?

Um die Zertifizierung aufrechtzuerhalten, müssen Therapeuten alle zwei Jahre weitere zwölf Stunden fortgeschrittener EMDR-Kurse absolvieren. Im Gegensatz dazu sind Therapeuten der Stufe 2 (Grundausbildung) nicht verpflichtet, ihre EMDR-Ausbildung während ihrer gesamten beruflichen Laufbahn fortzusetzen.

Zertifizierte EMDR Therapeuten investieren also mehr Zeit in aktuelle und weiterführende Fortbildungen. Dies geht damit einher, dass diese Therapeuten EMDR regelmässiger durchführen und somit erfahrener in der Behandlung auch komplexer Traumata sind. Auch die Einhaltung des Protokolls ist durch die weiteren Kurse eher gewährleistet.

Ein Wort zur Selbstanwendung

Die eigene Anwendung bilateraler Stimulation zur Verarbeitung von traumatischem Material ist nicht zu empfehlen. EMDRIA rät sogar ausdrücklich davon ab. EMDR ist eine evidenzbasierte Therapie, die funktioniert, wenn die 8 Phasen des Protokolls befolgt werden. Die bloße Anwendung bilateraler Stimulation bei gleichzeitiger Konzentration auf ein traumatisches Ereignis ist nicht dasselbe wie eine tatsächliche EMDR Therapie.

Traumata und ihre Folgeerscheinungen können sehr komplex sein. Unbewusstes oder emotional sehr belastendes Material kann an die Oberfläche kommen und das System abermals überwältigen. Ohne die Unterstützung eines qualifizierten und erfahrenen Therapeuten kann dies zu intensiven Abreaktionen und einer Re-traumatisierung führen. Infolgedessen können zum Beispiel selbstzerstörerische Gedanken und Verhaltensweisen auftauchen oder sich verstärken.

Darüber hinaus kann eine solche Erfahrung zu der falschen Annahme führen, dass EMDR „nicht funktioniert”. Dadurch bleibt der betroffenen Person der positive Effekt einer nachweislich wirksamen – und sicheren – Traumatherapie leider verwehrt.

Sind Sie bereit zu beginnen? 

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Als erfahrene und zertifizierte EMDR Therapeutin habe ich bereits Menschen aller Altersgruppen in vielen verschiedenen Situationen begleitet und stehe Ihnen mit der nötigen Unterstützung zur Seite. Gemeinsam können wir klären, und .

Weitere Informationen zu EMDR finden Sie direkt bei EMDRIA oder sehen Sie sich die offiziellen Broschüren für Erwachsene oder Kinder an.

Hier noch ein paar Videos (in English):